Enttäuschung ganz zum Schluss

Enttäuschung ganz zum Schluss

2025 und 2026 wird medial geprägt von zwei Serien, die ihr Ende gefunden haben. Das Jahr wurde direkt mit der Enttäuschung von Stranger Things in der fünften Staffel begonnen und im Mai dann durch die fünfte Staffel The Boys fortgeführt.

Stranger Things hatte ganz zu Beginn eine wunderbare Prämisse. Vielleicht irgendwann als Anthologie angedacht, wurde sie viermal verlängert und oh Wunder, Netflix kann Serien beenden! Und Netflix bleibt sich selber treu, dass letzte Staffeln scheinbar absoluter Müll sind. Gut, dass One Piece alleine im Anime mit weit über Tausend Episoden glänzt, so schnell schafft es die Live Action Umsetzung also nicht, ein Ende zu finden und ruiniert zu werden. Stranger Things indes wurde zu DEM Grund, sich ein Netflix-Abo zu holen. Jede Staffel glänzte durch Höhen und Tiefen und brachte uns unseren liebsten Charakteren näher. Über Plotholes und Unnötiges hat man gerne hinweggesehen, denn es sah einfach nur so gut aus. Und der Soundtrack erst, Gänsehaut!

Und dann kam nach vielen, vielen Jahren Staffel 5. Drei Teile, verteilt über diverse Feiertage. Und so treu wie damals bei Game of Thrones sass man pünktlich zum Drop vor der Kiste der Wahl, hat Netflix geöffnet und die neuen Episoden reingezogen. Die ersten vier Episoden waren…nun ja, nicht was man erwartet hatte.

Um fair zu bleiben, die Erwartungshaltung war entsprechend gross. Es gab unzählige Fantheorien, Storyideen und noch viel mehr Wünsche, die alle mehr oder weniger realistisch ins Konzept zu passen schienen. Immerhin liess uns das Staffelfinale von Vier mit so vielen Fragen und Hoffnungen zurück, um dann in einem viel zu sonnigen Hawkins zu landen, deren Einwohner viel zu fröhlich waren. Die Spuren eines gespaltenen Hawkins waren elegant beseitigt worden. Die Vier erwiesen sich dann als das Beste der ganzen Staffel, insbesondere das Folgenfinale der vierten Episode.

Der Rest war dann gelinde gesagt Müll. Und der Müll war nicht mal hübsch. Viel zu hell und unpassend zum Rest der Serie. Eine Story, die alle fünf Minuten von den Charakteren wiedergekäut wurde, als wären die Zuschauer dumm. Second Screen Policy am Arsch. Guck oder guck nicht, aber jetzt leiden alle wegen der Handysucht. To be fair, ich habe auf dem Hauptmonitor auch einen Film laufen, den ich mit halbem Auge verfolge. Irgendwie gelingt es mir aber, der Handlung problemlos zu folgen. Ein Ende so enttäuschend, dass ich es bereut habe überhaupt zu gucken.

Und dann kamen The Boys. Auch eine Serie mit grossartiger Prämisse, sogar auf Comics basierend. Jede Staffel wurde etwas grösser, üppiger und vulgärer. Vulgär stört mich nicht, solange es eine Story gibt, der gefolgt wird und man ernste Momente auch mal ernst sein lassen kann.

Es war sogar ausnahmsweise eine der Serien, die ich mir nicht mit der deutschen Synchro geben konnte. Julien Haggège lieh seine Stimme nicht Jensen Ackles, sondern Tomer Capone. Vor allem da Jensen später auch noch Teil der Serie wurde. Nein, von Folge 1 an schön Englisch mit Untertiteln für OI UE!

Und auch hier wurde Grosses versprochen. Ein episches Ende. Das Versprechen eines supernaturalen Wiedersehens mit einem Gastauftritt von Jared Padalecki sowie Misha Collins. Um es gleich vorneweg zu nehmen, deren Rollen waren selbst dafür überflüssig, die Figuren kacki und die Story erst recht kacki. Selbst die finale Folge war noch mit so viel Nutzlosem ausgekleidet, es war enttäuschend. Auch da reichen drei, vielleicht vier Staffeln gut aus. Das Beste des Finales ist sowieso nur Homelander. Antony Starr verdient jede Auszeichnung, da er ungebrochen grossartig geblieben ist, trotz des nächsten, beknackten Hirnfurzes von Kripke. Die letzten Szenen waren etwas versöhnlicher als Stranger Things, zugegeben, aber am Ende doch so fad wie in Wasser gekochte, ungewürzte Kartoffeln.

Was mich in der heutigen Zeit zur Frage führt – lohnt es sich denn noch, sich wirklich für eine neue Serie zu begeistern? Jahre zu warten, ob und wann eine finale Staffel kommt, die vielleicht nur enttäuscht? Das in einem Zeitalter voller Zweitbildschirmzombies am Handy, die alle zwei Minuten nach der Handlung fragen und sie von den Figuren persönlich erzählt zu bekommen. Der nächste Hype kommt bestimmt. Und dann sehen wir ja, wer Freude macht und vielleicht wieder Hoffnung auf bessere Zeiten macht.

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